Zu Gast: Regisseur Christian Lerch. B12 - Gestorben wird im nächsten Leben

27.07.2018

"Komplimente erhielt am Freitag im Thalia Christian Lerch: „Sie haben eine Stimmung eingefangen, die man so nicht mehr kennt – wie vor dreißig Jahren“, sagte eine Kinogängerin. Und sie war nicht die Einzige, die dem bayerischen Schauspieler und Regisseur bescheinigte, dass er mit seinem Dokumentarfilm „B12 – Gestorben wird im nächsten Leben“ authentisch Land und Leute eingefangen hat. Jahrelang hat Lerch, der schon das Drehbuch für „Wer früher stirbt, ist länger tot“ mitgeschrieben hat, die urige Raststätte im Münchner Osten besucht und einfach den Leuten dort zugehört. So banal manches Stammtischgeplänkel klingt, so tiefgründig wird dort bisweilen über das Leben und den Tod nachgedacht.

Besonders der „Lenz“, der alte Inhaber, der mit 89 vom Schlaganfall gezeichnet ist, schwankt zwischen Jämmerlichkeit („Sterb’n möcht i!“) und der hellen Freude am Kesselfleisch. „In der Komödie muss immer die Tragödie stecken, sonst wird es Klamauk“, weiß Lerch. Gestandene Männer habe er in der Raststätte getroffen, keine verkrachten Existenzen; aber eben solche, die sich zum Bier deftige Schwänke erzählen. Und denen peinliche Fehler unterlaufen: Da wird schon mal das neue Fenster verkehrt herum eingesetzt. „Ich wusste bald: An dieser Stätte wohnt ein Film“, sagte Lerch im Thalia." AZ vom 30.07.2018
Foto 1 Zu Gast: Regisseur Christian Lerch. B12 - Gestorben wird im nächsten Leben

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